Nach einer gefühlten Ewigkeit melde ich mich wieder zurück auf dem Blog und hoffe, dass ihr noch mit dabei seid. Wer mir auf Instagram folgt, der ist recht up to date, denn dort poste ich sehr gerne Instagram-Storys und immer wieder mal ein neues Bild auf dem Feed. Wenn ihr also gern ein wenig „hinter die Kulissen“ schauen wollt, könnt ihr mir dort gern folgen. 😊

„Menschen verändern sich“, heißt es.

Inwiefern das auf jedes einzelne Individuum zutrifft sei mal dahingestellt, doch an einigen Stellen wird es wohl in jedem von uns verankert sein. Irgendwann merken wir, dass wir uns weiterentwickeln und sich unsere Interessen verändern. Irgendwann merken wir, dass wir das heiß geliebte Hobby, welches wir über Jahre hinweg gehegt und gepflegt haben, gar nicht mehr so heiß und innig lieben, wie es einst der Fall war. Dafür interessieren wir uns auf einmal für ein Themengebiet, welches wir früher gar nicht auf dem Schirm hatten. Vielleicht grauste uns der Gedanke daran sogar. Doch auf einmal finden wir es äußerst unterhaltsam.
Und wisst ihr, das ist ganz normal. Wenn auch im ersten Moment der Erkenntnis ein wenig schräg, eventuell gar unwirklich.
Es ist ganz normal. Und mal im Ernst: Wäre es nicht traurig, wenn wir unser ganzes Leben lang zu 100 Prozent dieselbe Person blieben? Wenn es absolut gar keine Veränderung an uns gäbe? Wenn wir mit 35 immer noch haargenau die Person wären, welche wir mit 15 waren? Hui, das wäre wohl was. Jedoch nichts positives, da dies bedeuten würde, dass wir unser Leben lang auf derselben Stelle treten und nichts lernen. Unsere Persönlichkeit nicht fördern, uns nicht weiterentwickeln. Weder etwas aus Fehlern und Niederlagen, noch aus Erfolgen schöpfen. Und dies ist meiner Meinung nach nicht der Sinn des Lebens. Davon abgesehen läuft mir bei dem Gedanken ein Schauer über den Rücken – ich mit 15…und das für immer. Oh, je. Ooooooooh, je. 😂 Aber hey, Respekt an die 15-jährige Ekuase: Dein Musikgeschmack war schon damals gut. 😉

Ich habe in den letzten Wochen und Monaten wieder einmal einige größere Veränderungen erlebt und vollzogen. Darunter waren u. a. meine Prüfungsphase, an deren Ende meine abgeschlossene Berufsausbildung stand. Ich bin nun staatlich geprüfte gestaltungstechnische Assistentin mit den Schwerpunkten Grafik- und Objektdesign. Zusätzlich habe ich mein Fachabitur in der Tasche. Und wie ihr bereits unschwer am Titel des heutigen Blogbeitrags erkennen könnt – von dem Bild ganz zu schweigen –, habe ich mich auch einer großen, optischen Veränderung unterzogen: Ich habe mich dazu entschieden, mir Dreadlocks erstellen zu lassen. Am 15. Juli war es soweit.

Die Idee kam mir bereits vor ungefähr zwei Jahren. Zwar bin ich mir nicht mehr sicher, was mich dazu veranlasst hat, mir mit einem Mal Dreadlockvideos auf YouTube anzuschauen, jedoch war es eines Tages soweit und ich fand nach und nach immer mehr Gefallen an dieser Frisur. Prinzipiell erscheint mir diese Tatsache recht merkwürdig, da ich Dreadlocks zuvor stets eher weniger ästhetisch fand. Zudem gab (und gibt) es viele Gerüchte um Dreads, wie z. B. „Dreadlocks sind unheimlich unhygienisch!“, „Dort sammelt sich doch alles drin!“, „Dreadlocks stinken!“, „Da leben doch Insekten drin!“, „Die Haare schimmeln davon!“, „Personen mit Dreads haben Läuse!“ etc. Die Liste ist sehr, sehr lang und zugegeben: Auch ich war nicht frei von Vorurteilen, weswegen mich diese Frisur ein wenig abschreckte. Dies lag jedoch daran, dass ich nicht genügend Informationen zu Dreads hatte, da ich mich nicht mit ihnen beschäftigte – was sich änderte als ich anfing, verschiedene Videos zu dieser Thematik anzusehen. Hinzukommend las ich sehr viel, tauschte mich mit Dreadheads (dieses Wort bezeichnet Personen, welche Dreadlocks tragen) aus, verfolgte auf Facebook ihre Beiträge in Dreadgruppen und lernte auf diese Art und Weise massig.
Neben den Vorurteilen, die sich in meine Gedankengängen verirrten, war ich davon überzeugt, dass ich meine Dreads eines Tages würde abschneiden/abrasieren müssen, wenn sie mir nicht mehr zusagen. Dies entspricht jedoch nicht der Wahrheit. Es kann durchaus möglich sein, dass einfaches Auskämmen (haha, guter Witz, „einfaches“) funktioniert. Zwar dauert dieser Prozess sehr, sehr lange – besonders, wenn ich ihn alleine durchführe –, aber es ist möglich und abrasieren käme für mich niemals in Frage. Dafür liebe ich meine langen Haare einfach zu sehr.

Bevor der große Tag da war, habe ich mir zwischenzeitlich einige Gedanken gemacht. „Was, wenn es nicht so wird, wie ich es mir vorstelle oder wünsche?“, „Wie wird sich das Ganze wohl entwickeln?“, „Habe ich genug Haare, um anschließend nicht allzu viele Lücken auf dem Kopf zu haben?“, „Wie viele Dreads werde ich haben?“ waren einige besagter Gedanken. Es kam auch vor, dass ich fast einen Rückzieher gemacht hätte – eben wegen der Skepsis, die sich immer wieder in mir breit macht. Ich bin ein unheimlich skeptischer Mensch und der Pessimismus ist einer meiner besten Freunde. Umso glücklicher bin ich nun das „Risiko“ eingegangen zu sein und es durchgezogen zu haben.

Ich bin wirklich sehr glücklich mit dem Ergebnis und fühle mich so gut! Es ist, als hätte ich einen verborgenen, vermissten Teil in mir endlich gefunden. Endlich. Nach vielen Jahren.

Haare machen unfassbar viel aus und in meinem Fall bin ich der Meinung, dass es wirklich die richtige Entscheidung war. Auch, wenn ich mein Wuschelhaar geliebt habe: Ich war das ständige Kämmen und Frisieren leid. Ich trug zwar zu 99% einen Dutt, allerdings gab es zwischendurch Anlässe, zu welchen ich gern auch einmal etwas anderes getragen hätte, allerdings endete es immer wieder mit derselben Frisur – nämlich dem Dutt. Am Ende des Aufbrezelns fehlte mir in den meisten Fällen obendrein die Zeit, um eine besondere, mal etwas andere Frisur zu zaubern und Spray, Gel und Co. wollte ich nie verwenden. Ich mochte das Gefühl von Produkten im Haar nicht und hatte das Verlangen, sie sofort wieder auszuwaschen, als ich sie die seltenen Male benutzte.

Zu guter Letzt findet habe ich euch zwei meiner YouTube-Videos angehängt, da ich nun auch hin und wieder dort Videos hochladen möchte. Über ein Abo würde ich mich natürlich sehr freuen. ☺️
Das erste Video handelt von meinen Gedanken, Bedenken und Wünschen bevor ich meine Dreads bekam und in Video Nummero zwei erzähle ich euch von meinen Erfahrungen währenddessen und schildere euch den Ablauf. Angemerkt: Beide Videos sind auf Englisch.

Nun würde mich interessieren, was ihr über Dreadlocks denkt. Habt ihr ebenso Vorurteile, wie ich zu Beginn? Gerne könnr ihr mir eure Fragen, falls vorhanden, in den Kommentaren hinterlassen. Möglicherweise inspiriert ihr mich zu weiteren Dread-Blogbeiträgen. 😄
Habt einen schönen Abend.